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Beitrag: Blog2_Post
  • AutorenbildTeam Kabenzmann

Camping in Scandinavia

Aktualisiert: 4. Juli 2022

Watch out for part 2! So, hier sollten eigentlich jetzt schöne Bilder kommen und die Berichte zu den nächsten Tagen hatte ich auch schon geschrieben, nur ließ sich der Beitrag am iPad nicht mehr veröffentlichen. Bevor ich das Ding jetzt an die Wand werfe, werde ich wie beim „Day One Trip“ einen 2. Teil beginnen, in der Hoffnung, dass ich nicht alles 3x schreiben muß. …


Samstag, 2. Juli 2022


Von Hamningberg aus sind wir am Donnerstag bis kurz vor Varangerbotn gefahren und sind hier, wie viele andere auch, lediglich zum Wäsche machen vorbei gekommen. Dementsprechender Andrang herrschte an der einzigen Waschmaschine am ziemlich vermückten Platz.

Freitag ging es somit weiter und wir haben einen sehr schönen Platz auf einem Farmstay am Syltefjord gefunden. Super nette Betreiber, die den ehemaligen Schafstall zum Café umgebaut haben. Selbstgemachter Kuchen oder auch Königskrabbe stehen auf der Karte.



Mittwoch, 29. Juni 2022


Ups, wir waren mal wieder etwas schreibfaul. Liegt sicher zum größten Teil daran, dass wir dieses Land in vollen Zügen genießen und weil es so viel zu genießen gibt, bleibt kaum Zeit für was anderes.

Jetzt gerade sitze ich im Schatten unseres modifizierten Camps und Katja kocht gerade einen 2. Kaffee und macht ein Müsli. Außendusche ist auch schon angebracht, denn heute gilt es für Abkühlung am heißesten Tag des Jahres hier am Ende der Welt in Hamningberg zu sorgen.

Dazu später mehr, zunächst ein Sprung zurück nach Grense Jakobselv. Ebenfalls ein magischer Ort, den wir am Sonntag verlassen, nicht ohne einen Blick auf die andere Seite der Grenze zu den Russen zu werfen - sehr skurril in der aktuellen Situation.

Wir sind dann die Südseite des Varanger Fjords zurückgefahren bis nach Varangerbotn und dort praktisch um‘s Eck, um die Nordseite des Fjords wieder Richtung Osten zu fahren. Nach ca. 20km haben wir uns einen einfachen Parkplatz am Wasser als Übernachtungsplatz ausgesucht. Aus dem Auto raus (es war etwas windig und kühl) konnten wir neben den Möwen auch Seeadler beobachten.


Am Montag sind wir dann zunächst Vadsø angefahren, wo wir Lebens- und Genussmittel aufgefüllt und eine Frühstückspause eingelegt haben. Weiter ging es nach Vardø, den östlichsten Ort in Europa.

Hier haben wir im Hafen Frischwasser getankt und uns von einem netten Fischer, der von Südnorwegen vor 6 Jahren hier hoch gezogen ist, ein altes Holzhaus von innen zeigen lassen, welches er gerade mit 15 weiteren Fischern restauriert und umbaut. Plan ist eine eigene kleine Fischfabrik, denn im Gegensatz zur Nordsee bietet die Barentsee noch genügend Fisch.

Zwischendurch hatten wir der kleinen Kirchen in Nesseby einen kurzen Besuch abgestattet. Diese liegt praktisch direkt im Fjord.


Von Vardø aus ging es dann weiter Richtung Mond ;-) Nicht wirklich, aber so kommt man sich wirklich vor, wenn man die 3 Meter schmale Straße Richtung Hamningberg befährt, die durch eine irre Landschaft führt. Seit kurz hinter Vadsø gibt es schon keine Bäume mehr, aber hier gibt es außer nacktem Fels nur noch etwas Gras, Moos und ein paar Blümchen. Kein Baum, kein Busch, nüscht.


Wir sind gegen 17:00 Uhr in Hamninberg angekommen, haben uns einen schönen Platz gesucht und auch direkt das Zelt als zusätzlichen Windschutz aufgebaut.


Hamningberg selbst ist in Norwegen in erster Linie bekannt durch die Rettungsfahrt der RS 1 "Colin Archer", dem ersten Rettungsboot der neu gegründeten norwegischen Seenotrettung. Im Jahr 1894 lag das von Colin Archer konstruierte Segelrettungsboot im Hafen von Vardø als am 20. Mai des Jahres ein heftiger Nordost-Orkan in den Hafen des 20 Kilometer entfernten Hamningberg peitschte.

Dort kam mitten im Hafen ein Fischerboot mit 22 Personen an Bord in Seenot. Trotz des Unwetters und schlechter Sicht machte sich der Vormann von RS 1 auf den gefährlichen Weg. Das gleichzeitig gestartete Dampfschiff Heimdal schaffte es nicht durch die steilen Wellen und musste umkehren.

Einem Segelboot hatte man gar keine Chancen eingeräumt und hielt die Fahrt für Selbstmord. Doch dem Vormann glückte das Husarenstück mit vielen Wendemanövern in der Hafenbucht und holte alle Personen in Einzelanfahrten von Bord. Ein Anlegen in Hamningberg war nicht möglich und daher segelte die "Colin Archer" zurück.

Am gleichen Abend erreichte ein weiterer Hilferuf aus Hamningberg die Retter, die daraufhin nochmals ausliefen. Und wieder gelang es den drei Rettungsmännern 14 Fischer aufzunehmen, deren Schiff anschließend in der Brandung zerschellte. Das Denkmal zu dieser Heldentat steht kurz vor dem Ortseingang von Hamningberg.

Gestern ist das Wetter dann umgeschlagen und zwar in die richtige Richtung. Wir sind bei 8 Grad ins Bett gegangen und stehen um 8:00 Uhr bei 16 Grad und deutlich weniger Wind wieder auf. Irgendjemand hat hier den Sommer eingeläutet und die Rentiere machen sich sofort gesammelt auf den Weg Richtung Beachclub.

Ich muß die Suzi mal satteln und fahren den Weg nochmal zurück Richtung Vardø, oder wie man denken könnte auf den Mond. Kann mich gar nicht satt sehen an den Felsformationen - Irre!

Ach so, wir haben übrigens auf unserer heutigen Wanderung zu den Bunkeranlagen oberhalb von Hamningberg entschieden, dass das hier unser persönliches Nordkap ist und wird uns das eigentliche Nordkap schenken. Anstatt uns dort die große Palette an fahrbaren Behausungen anzuschauen, suchen wir lieber nach den nicht ganz so touristischen Ecken hier oben im Norden. Wir fürchten, dass es Richtung Lofoten noch voll genug wird.

Von hier könnten wir gefühlt noch 100 Bilder zeigen, 6 müssen aber reichen. Es kommt auf den Handy-Bildern eh nicht rüber, wie schön es hier ist.

Das Rentier auf dem ersten Bild hat sich übrigens in den alten Bunkeranlagen vor der Sonne versteckt. Ich wollte gerade runter in den Bunker, da schaut es aus einem der Räume raus und schaut mich an nach dem Motto „Was willst Du denn hier ? Das ist mein Bunker ! Als ich mich dann zurückgezogen hab, kommt es seelenruhig rausgetrottet, stellt sich oben auf den Berg und schaut raus auf die Barentsee.


Samstag, 25. Juni 2022


Natürlich sind wir heute hier geblieben. Traumwetter, Traumspot. Den Kaffee genießen wir auf unserer Sonnenterrasse und kurze Zeit später kommen dann auch die bestellten Wale vorbei. Robby die Robbe versucht unsere Aufmerksamkeit von diesen weg und auf sich selber zu lenken. Was für ein Schauspiel. Wir sind geflasht und vor allem dankbar!

Sonst passiert heute nicht viel. Wir quatschen mit den Nachbarn, versuchen unser Glück beim Angeln und drehen mit dem Hund die ein oder andere Rund. Jetzt gleich gibt es was zwischen die Kiemen, leider keinen selbstgefangenen Fisch, dafür gebratenen Reis mit Huhn und Gemüse. Ein anderes Rezept wird heute noch im Kochblog niedergeschrieben, das war dann aber auch genug für einen Samstag ;-)


Die Norweger selber sind da etwas aktiver als wir und haben kein Problem damit, hier auch ins Wasser zu springen. Bei unter 8 Grad, ticken die noch ganz sauber ?

Wir setzen uns sicher nachher noch ein bißchen ans Feuer, für welches die norwegischen Grenzsoldatinnen und -soldaten haufenweise Brennholz angekarrt haben. Ich hab dann heute vorsichtig gefragt, ob das für ne anstehende Party der Truppe dort liegt oder ob das für uns Besucher gedacht ist.

Die freundliche Antwort:

“Das ist für Euch, das könnt Ihr gerne nehmen.“ - Geil! Vielen Dank!


Für mich sehr bemerkenswert, wie jung und gelassen die Grenzsoldaten sich in dieser sehr angespannten Situation mit den Russen verhalten. Die Jungs und Mädels, die hier mit schweren Waffen um den Hals rumlaufen sind alle gerade mal Anfang 20. Fühlt sich irgendwie sonderbar an.


Freitag, 24. Juni 2022


Was für ein grandioser Tag! Wir stehen aktuell in Grense Jakovselv und schauen auf die Barentsee. Die russische Grenze ist ca. 500m entfernt, es fängt an zu regnen und ich sitze mit nem leckeren Arran Single Malt auf den Felsen.


Aber der Reihe nach….


Heute Morgen waren wir relativ früh wach, so gegen 5 Uhr, weil die Sonne voll auf‘s Kopfende unseres Bettes schien. Herrlich! Also relativ früh aus den Federn (fühlt sich fast so an, als ob wir noch arbeiten müßten 🙈) und erstmal nen Kaffee bei Sonnenschein.

Ne kurze Hunderunde und gegen 10:45 Uhr schauen wir im Bistro vorbei.

Frage: “Bietet Ihr auch frühes Mittagessen an ?” - der Chef: “klar, ab 10:00 Uhr!, manchmal kratzen die Touries auch schon um 09:45 Uhr an der Türe.”

Geil!, saunetter Typ und laut Internet soll er auch sehr gut kochen können. Wir bestellen den Salat mit geräuchertem Lachs und natürlich die Königskrabben-Platte und werden nicht enttäuscht! 😋

Wir essen draußen weil die Sonne vom Himmel ballert und es fühlt sich an wie min. 25 Grad, auch wenn es im schatten vielleicht 17 Grad hat, wenn es hoch kommt.

Die Königskrabbe (auch Kamtschatka-Krabbe) schmeckt fantastisch und läßt den ebenfalls sehr leckeren Lachs-Salat alt aussehen. So kann ein Freitag durchaus mal beginnen!


Ihr werdet die Bilder von diesem fantastischen Essen auch in unserem „Kochbuch-blog“ finden, da wir uns entschieden haben, dort auch den ein oder anderen Tipp für auswärtiges Essen zu veröffentlichen. Wenn es uns also irgendwo besonders gut geschmeckt hat und wir nicht selber gekocht haben, bekommt Ihr das dort auch in Kurzform mit.

Wir packen unsere Sachen, verabschieden uns von einem sehr netten, holländischen Pärchen und machen uns auf den Weg Richtung Kirkenese und von da aus weiter Richtung Grense Jakobselv.


Einen unfreiwilligen Zwischenstop müssen wir ca. 40 km vor unserem Tagesziel und nur ca. 400m von der russischen Grenze entfernt einlegen, da (mal wieder) eine dieser porösen Dieselrücklaufleitungen, die so ein Spacko mir vor 2 Jahren eingebaut hat, ihren Dienst versagt. Da hätten die originalen (32 Jahre alten) wahrscheinlich noch einen besseren Dienst getan, als die „angeblich“ neuen, wo ich jetzt in den letzten 4 Monaten schon 3x Hand anlegen durfte.

Dank Katja‘s tatkräftiger Hilfe und aufgrund ihrer sehr feinen Nase, die das Dieselleck frühzeitig gerochen hat, benötigen wir nur eine knappe Stunde um den Kabenzmann wieder flott zu bekommen und zwar so, dass er den teuren Diesel nicht die ganze Zeit im hohen Bogen ausspuckt.

Beim nächsten Werkstattbesuch in D werden alle Leitungen getauscht, da auch meine Ersatzleitungen aus selbiger, dubioser Quelle stammen.


Weiter ging es über eine ziemlich üble Straße und wir sind froh, als diese in eine Schotterpiste übergeht. Das liegt unserem Kabenzmann deutlich mehr als diese Rumgehüpfe über die holprige Teerstraße.

Der Weg lohnt sich und wir bekommen mit unserem Dicken noch einen Platz in der ersten Reihen. Trotz der Abgeschiedenheit oder vielleicht gerade deshalb ist der Platz gut gefüllt und wir haben reichlich Gesellschaft, die ebenfalls nach Walen und anderem Meeresgetier Ausschau hält. Wir sehen später am Abend bei strahlendem Sonnenschein eine kleine Seerobbe, die neugierig Ihren Kopf aus der Barentsee hebt.


Wir sitzen noch eine Weile mit einem holländischen Pärchen zusammen auf den Felsen, trinken einen leckeren Single Malt bzw. Wein und ich genieße die vorletzte Zigarre (Partagas No.4). Heute ist Midsommer und so schauen wir uns natürlich auch die Mitternachtssonne hier oben an. Einfach traumhaft schön, was für ein Tag! 🇳🇴


Donnerstag, 23. Juni 2022


Wir sind in Norwegen angekommen. Und es sieht min. genauso schön aus wie auf den Bildern, die wir vorher gesehen hatten.

Der absolute Hammer! 10km hinter Tana ändert sich die Landschaft mit jedem Meter und es wird immer schöner. Die gut 70 km bis Bugøynes sollen für heute auf jeden Fall reichen und wir bleiben für die Nacht. Ein kleiner Erkundungsspaziergang und Katja hat unsere Anlaufstelle für morgen Mittag ausfindig gemacht. Das hiesige Bistro soll wohl ganz hervorragende Königskrabben im Angebot haben.

Wir sind schon sehr gespannt.


An den umliegenden Hängen finden sich noch die Reste vom sicherlich langen und harten Winter und zwischen den kargen Felsen blüht es. Vom Trockenfisch hängt auch noch ein bißchen.



Mittwoch, 22. Juni 2022


Es sind ziemlich genau 400km geworden und die sind recht früh losgegangen. Um 4 Uhr haben wir die Grenze zu Norwegen im strömenden Regen überquert.

Dieser Regen, gemischt mit ordentlich Wind scheint die Mücken in Finnland so gar nicht zu jucken. Ich glaube, die haben so Nano-Neopren-Anzüge an. Jedenfalls hielten sich konstant einige Dutzend von Ihnen vor dem Mückengitter unseres „Schlafzimmerfensters„ auf und ich habe durch das Gebrumm kaum ein Auge zugemacht.


So hat der Zöllner nicht schlecht geschaut, als ich mit dem Heimtierausweis und den Pässen bei ihm in die Stube marschiert bin. „Ah, you traveling with a dog ?, That‘s ok!“

Das war alles und wir haben uns umsonst Gedanken zum übermäßigen Alkoholschmuggel gemacht. Bei dem Wetter und um die Uhrzeit hatte der so gar keinen Bock auf Filzen.

Da das mit dem Wetter nicht wirklich besser wurde, haben wir einen neuen Rekord aufgestellt, was die gefahrenen Kilometer pro Tag angeht. Heute haben wir 401,1 km gemacht und sind schlußendlich in Tana bru am Fluß Tana gelandet. Wir parken den Kabenzmann auf einem Rastplatz an der Brücke und es hört auf zu regnen. Top timing.


Die E6, die wir heute den ganzen Tag längs gehoppelt sind, hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Meiner Herren, was ein Gehüpfe in der dicken Karre. Die E6 ist übrigens die längste durchgehende Straßenverbindung in Skandinavien und führt von Trelleborg bis Kirkenes, was für uns wahrscheinlich für morgen auf dem Plan steht. Zumindest wollen wir es bis Bugøynes schaffen, einen Tipp von anderen Overlandern.

Auf Bildern im Netz sieht das schonmal vielversprechend aus und wir freuen uns auch mal wieder auf‘s Meer.

Heute Abend gibt es Spaghetti mit Salsiccia-Bolognese, ein Rezept, welches es ebenfalls in unser online-Reisekochbuch schafft, da es um Längen besser ist als die klassische Bolognese mit Hack.

Und jetzt auf den langen Fahrtag erstmal einen leckeren, geschmuggelten Lagavulin 16.


Ach ja, betanken müßten wir Mr. K. auch so langsam mal wieder. Die örtliche Shell ruft heute Abend mal eben umgerechnet 2,66 € für den Liter Diesel auf. Hoffentlich überlegen die sich das bis morgen nochmal, sonst wird es ein neuer Rekord auf der Tour und ein schwarzer Tag was die Reisekasse angeht ;-)


Dienstag, 21. Juni 2022


Tervetuloa Suomeen wie der Finne sagt - Willkommen in Finnland. Zum Grenzübertritt hatte Katja bereits alle Dokumente parat gelegt, aber hier wollte niemand irgendetwas von uns sehen oder wissen wieviel Alkohol wir wohl einführen.

Was hier sehr ähnlich ist wie in schwedisch Lappland sind die Mücken. Nur haben wir das Gefühl, das es hier mehr sind, das sie größer und noch gefräßiger sind. Keine Ahnung wie die Menschen das hier oben im Frühsommer machen, wir jedenfalls werden heute nicht mehr viel Zeit draußen verbringen und es wir auch selbstredend wieder drinnen gekocht bzw. aufgewärmt, da wir von der Paella von gestern noch gut was übrig haben.

Die Mückenplage hier oben hat neben dem sehr durchwachsenen Wetter auch dazu geführt, dass wir heute schon in Finnland sind und morgen auch sicher in Norwegen sein werden. Wir schlagen den Weg Richtung Vardø ein, welches den östlichsten Punkt von Norwegen darstellt. Östlicher als Istanbul oder St. Petersburg. Mal schauen, ab wann sich die Landschaft so wandelt, dass wir die Blutsauger los sind. 250-300km sollten aber noch notwendig sein.


Montag, 20. Juni 2022


Weiter ging es heute für uns nach Gällivare und mit Tugger zum Tierarzt. Für die Einreise nach Finnland und Norwegen benötigt er die Bestätigung eines Tierarztes über die Einnahme einer Wurmkur (mit Zeitstempel). Alles völlig problemlos, kostet halt nur 43€ so ein Eintrag im Heimtierausweis. Das entsprechende Mittel hatten wir mitgebracht und so mußte die Arzthelferin lediglich zuschauen, wie Tugger die zwei Tabletten gefressen hat und eben den Eintrag vornehmen.


Von dort sind wir weiter und haben noch Rentierfleisch und Rentiersalami sowie ne Ladung Brennholz eingekauft. Dann noch ca. 20 km weiter Richtung Norden und ab in den Wald. Nachdem es hier oben auch bereits einige warme Tage, abgewechselt mit etwas Regen hatte, haben sich die Steckmücken prächtig entwickelt und gehen uns ordentlich auf den Sender. Das Feuer brennt und qualmt auch schön, scheint die Genossen aber nicht zu jucken und so wird heute Abend drinnen gekocht und gegessen, obwohl das Wetter auch gut wäre für‘s outdoor cooking.

Es wird eine „nicht ganz vegetarische Paella“, die Ihr auch in unserem online-Rezeptbuch findet.

Morgen machen wir nochmal etwas Strecke und werden wohl unsere letzte Nacht in Schweden verbringen, bevor es Übermorgen dann eine kurze Ecke durch Finnland bis in den Norden von Norwegen hoch geht.

Dort oben wollen wir erstmal nicht direkt Richtung Nordkapp, den anderen Womo’s hinterher, sondern eher Richtung Nord-Ost, grob Richtung Varanger Regionalpark, Vardø, Hamningberg. Wir erhoffen uns dort weniger Menschen und mehr Ruhe.

Sollte mich unterwegs die Notdurft drücken, machen wir vielleicht noch nen kurzen Abstecher zur Grenze von Putins Reich 😉


Sonntag, 19. Juni 2022


Welch ein Unterschied zu gestern! Wir sind gegen 7:30 Uhr aufgestanden, haben einen ersten Kaffee getrunken und uns langsam fertig gemacht. Dann ging es zum Hotel (wo Katja uns gestern für den Campingplatz eingecheckt hat) zum Frühstücksbuffet für 5€ pro Nase, welches überraschend umfangreich und auch schmackhaft ausgefallen ist.

Frisch gestärkt haben wir uns gegen 10:30 Uhr auf den Weg Richtung Polarkreis gemacht. Vielleicht weil heute Sonntag ist und daher nicht ganz so viel Verkehr, hat es nicht lange gedauert, bis wir die ersten Rentiere auf der Straße gesehen haben.

Kurz danach kommen auch noch 2 Elche dazu, die kurz vor dem Kabenzmann die E45 kreuzen.

Ordentlich Wildlife heute. Also biegen wir auch noch kurz vor dem Polarkreis in die Büsche ab und folgen der TET ein kleines Stück parallel zur E45.

Im Gegensatz zu den Ausritten weiter südlich in Schweden, ist die TET hier für unseren Dicken doch mächtig eng. Egal, Kratzer hat er eh schon genug, also Untersetzung und Sperren rein und durch.

Wir kommen an der größten Wanderdüne in Schweden vorbei (oder was auch immer das ist :-)) bis wir kurze Zeit später am Rastplatz des Polarkreises (ca. 8km vor Jokkmokk) ankommen.

Natürlich haben wir auch einen Kabenzmann-Aufkleber auf dem Schild hinterlassen. Wer findet ihn ?

Ca. 20 km später finden wir unseren Übernachtungsplatz an einem Stausee vor einem Wasserkraftwerk. Mücken sind da, aber die Blutsauger sind nicht gar so garstig. So gibt es Currywurst am Lagerfeuer oder besser am Lagerrauch, da das die Mücken besser fernhält als ein nicht-qualmendes Feuer.

Das Rezept zur Currysauce gibt es übrigens im separaten blog „Kabenzmann kulinarisch“.


Geiler Tag heute !


Samstag, 18. Juni 2022


Es ist 3:57 Uhr und der Kaffee ist schon fertig. Irgendwie sind wir gestern Abend an einem nicht so unbeliebten Ort gelandet, zumindest bei Mücken scheint er sehr beliebt zu sein.

Blöderweise haben es einige der Plagegeister ins Auto geschafft und lassen uns nicht länger schlafen. Schon gestern Abend habe ich versucht, mich mit der Angel an den Fluß zu stellen, da sehr viel Fischbewegung zu sehen war.

Leider keine Chance, die Blutsauger fallen trotz Anti Brumm, Mütze und sogar Handschuhen dermaßen über einen her, das nach 3 schnellen Würfen Feierabend war.

Jetzt hoffen wir auf etwas mehr Wind und Regen.


Das gewünschte Wetter hat sich eingestellt und wir sind weiter nach Arvidsjaur. Hier stocken wir unsere Vorräte auf, machen ein Vormittagsschläfchen um etwas verlorenen Schlaf aus der Nacht nachzuholen und quartieren uns auf dem trostlosesten Übernachtungsplatz unserer bisherigen Reise ein.

Gut, das Wetter tut einiges dazu, aber das Camp Gielas ist wirklich keine Schönheit und muß dringend renoviert werden. Unter neuen Besitzern soll das auch passieren. Gespannt bin ich, welchen Übernachtungspreis die aufrufen wollen, wenn Sie fertig sind, da sie jetzt schon 33€ für ne Nacht nehmen.

Naja, die Duschen sind heiß und vielleicht reißt das Frühstücksbuffet im Hotel die Sache morgen nochmal raus. Das kostet dann für Campinggäste nur 5€ p.P.

Wir sind gespannt, fahren dann aber sicher weiter Richtung Jokkmokk und damit über den Polarkreis. Das Wetter sieht laut Vorhersage noch bis Donnerstag oder Freitag mau aus, sodaß wir ruhig ein paar Kilometer machen können um dann gegen Ende der Woche über Finnland nach Norwegen weiter zu fahren. So zumindest der aktuelle Plan.

Hierfür muß Tugger noch ne Wurmkur über sich ergehen lassen. Das Medikament haben wir von Deutschland mitgenommen und hoffen in Gällivare dafür nen Tierarzt zu finden, der diese verabreicht, bzw. die Gabe für den Finnischen und Norwegischen Zoll dokumentiert.

Dann haben wir 28 Tage in Norwegen, bevor wir Tugger entweder eine weitere Wurmkur verabreichen müßten (was wir nicht tun werden) oder aber eben das Land wieder verlassen müssen.

Vielleicht machen wir aber auch wirklich nur den äußersten Norden Norwegens auf dieser Tour und fahren durch Schweden wieder zurück. Mal schauen, die Entscheidung treffen wir, wenn wir die Vesteralen und die Lofoten gesehen haben.


Freitag, 17. Juni 2022


Vom Camping in Wilhelmina sind wir weiter Richtung Storuman und haben uns einen Platz ganz am Ende einer kleinen Halbinsel gesucht. Vorne, auf den etwas größeren Plätzen standen schon einige Camper, aber hier hinten sind wir wieder ganz alleine.

Es wird wieder Feuer gemacht und der nächste Fisch wird gefangen. Diesmal eine Lachsforelle, 52cm und nach dem Ausnehmen genau ein Kilo schwer. Die sollte gut für uns beide reichen.

Abends halten wir die Angel nochmal kurz ins Wasser und während eines Videogespräches mit meiner Schwester beißt noch einer, gefühlt sogar noch etwas größer, reißt sich aber kurz danach wieder los.

Egal, der frisch gefangene Fisch schmeckt und Angeln fängt langsam an Spaß zu machen.


Gestern basteln wir ein bißchen ums Auto rum und schmeißen den Dutch Oven an. Heute gibt es Rentier-Eintopf. Wir waren auf einen Tipp hin noch bei Rentier-Räucherer in der Nähe von Wilhelmina und haben uns Rentier-Speck mitgenommen.

Außerdem habe ich dem Chef versucht zu erklären, was ein Dutch Oven ist und das wir einen Rentier-Eintopf zaubern wollen. Er hat so getan, als ob er mich versteht und gibt uns zwei Packungen Rentierfleisch aus der Truhe mit. Was er uns verschwiegen hatte, war, dass das Fleisch in den Packungen schon auf Carpaccio-Stärke geschnitten war.

Das haben wir erst rausgefunden, nachdem das gute Zeug aufgetaut und die Verpackung geöffnet war.

Ok, dann halt Rentier-Eintopf vom Rentier-Carpaccio 🙈

Damit das Reisetagebuch hier nicht zum Kochbuch verkommt, haben wir uns entschlossen, die Gerichte, die wir unterwegs so kochen und die uns schmecken, in einen eigenen blog zu packen.

Die ersten beiden Rezepte haben wir schon aufgeschrieben und somit geht der Beitrag dann auch in den nächsten Tagen online.


Wer sich fragt, was die Wasserpumpenzange bei den Kochutensilien macht, ersetzt den Deckelheber vom Dutch Oven, der irgendwo zuhause rumliegt.


Heute geht es weiter Richtung Polarkreis, den wir bei unserer aktuellen Reisegeschwindigkeit vielleicht so zu Mittsommer erreichen werden.


Mittwoch, 15. Juni 2022


Heute geht es weiter Richtung Norden, nachdem wir zwei sehr gechillte Tage auf dem Campingplatz in Vilhelmina verbracht haben. Gestern Abend haben wir nach einem leckeren Essen mit Rentierpizza und Fischplatte die kostenfreie Sauna direkt vor unserem Auto genutzt.

Um das Befeuern muß man sich selber kümmern (Holz steht zur Genüge bereit) und dann hat man beim Schwitzen einen fantastischen Blick über den See. Der wird zwischen den Gängen auch direkt für die Abkühlung genutzt. Hier kann man es aushalten.


Dienstag, 14. Juni 2022


Wir stehen seit gestern auf einem sehr schönen Campingplatz in Vilhelmina und genießen das schöne Wetter am See. Die Hütte, die Ihr unten auf dem ersten Bild sehen könnt, ist eine Sauna mit eigenem Steg, die kostenfrei genutzt werden kann. Nur um das Feuer muß man sich selber kümmern.

Bevor wir uns hier niedergelassen haben, waren wir im Ort und haben unsere Vorräte aufgefüllt. Das gilt für Lebensmittel genauso wie für Genußmittel aus dem Systembolaget :-)

Hier habe ich einen Arran aus dem Heavily Peated Sherryfass gefunden, der exklusiv für Schweden abgefüllt wurde und in Faßstärke auch nicht die Welt gekostet hat.

Apropos gekostet, das habe ich natürlich direkt gestern Abend und ich muß sagen, feines Tröpfchen !


Außerdem waren wir in einem Fisch- und Jagdladen und haben unser Angelquipment aufgestockt. 3 Spinner, ein faltbarer Kecher, ein Filetiermesser und ein paar Vorfächer haben den Weg in den Einkaufskorb gefunden. Jetzt müssen wir aber erstmal ein paar Fische fangen, damit sich die Investition auch gelohnt hat.


Auf dem Campingplatz angekommen hat Katja die Wäsche gemacht und ich habe Suzi zumindest vom groben Schmutz der Landstraße befreit, sodaß wir morgen den kurzen Weg bis zum Bergmann‘s auf Ihr zurücklegen können.

Das Restaurant ist hier bekannt für gute Fisch- und Wildgerichte, wir sind gespannt.

Heute lassen wir evtl. auch nochmal das Kajak zu Wasser und drehen eine kleine Übungsrunde. Hängt ein bißchen vom Wind und von der Sonne ab.


Sonntag, 12. Juni 2022


Ich muß feststellen, dass wir ganz schön schreibfaul waren in den letzten Tagen. Vielleicht, weil wir viel Zeit mit faulenzen in der Sonne verbringen mußten. Von unserem einsamen Stellplatz im Wald in der Nähe von Gäddede sind wir am Donnerstag dann weitergefahren bis zum Stekenjokk, einem Hochplateau auf gut 850 Metern, wo Tugger ein bißchen im Schnee spielen durfte.

Soweit oben im Norden, reichen 850 Meter schon, um über der Baumgrenze zu liegen. So hat dieser Ort einen ganz besonderen Charme, gerade, wenn sich das Wetter so entwickelt, wie es das bei uns getan hat.

Wir sind im Prinzip durch die Wolken gestoßen und am Abend hat auch der Wind nachgelassen, sodaß es immer wärmer wurde. Ein absoluter Traum hier oben bei so einem Kaiserwetter.

Also Sonnencreme aufgetragen und den ganzen Tag draußen verbracht. Lesen, Spazieren gehen, Kochen, Faulenzen.

Wir sind zwei Nächte geblieben und haben am zweiten Tag Gaby und Ralf aus St. Augustin mit Ihrem schönen MB 1120 aus der Werkstatt von Orange Works aus Köln kennengelernt. Als wir dann Abends gemütlich bei einem Gläschen Wein ein wenig über große Autos und den Sinn des Lebens quatschen wollen, schlägt das Wetter um und es wird schlagartig kalt und etwas später auch naß.

Also alle in die Autos und weil es am nächsten Morgen eher noch trüber aussieht, fahren wir weiter.

Eigentlich wollten wir ein Sami-Dorf besuchen, was wir uns aber aufgrund des Wetters geklemmt haben.


Stattdessen finden wir einen schönen Platz am Fluß und kurz nachdem Mr. K gut geparkt ist, reißt es wieder auf. Ich versuche mich nochmal beim Angeln, habe aber heute im sehr flachen Fluß kein Glück. Hier wäre wohl eher Fliegenfischen angesagt, dafür fehlt aber Material und wir beschließen in Vilhelmina einen Angelladen aufzusuchen um unser Equipment ein bißchen zu pimpen.

In erster Linie benötigen wir ein vernünftiges Fischmesser, einen Kecher, ein bißchen Stahlseil (Vorfach) und vielleicht noch zwei oder drei andere Köder (Spinner).

Heute verlassen wir diesen schönen Platz am Fluß als es sich gegen Mittag zuzieht. Mr. Kabenzmann hat schon einen kleinen Service bekommen und ich stelle zufrieden fest, daß der Dicke so gut wie kein Öl braucht. Um sich nicht bei jedem Griff Richtung Staufach oder Heckgarage komplett einzusauen, wurde auch hier etwas vom groben Dreck entfernt, den wir die letzten Tage auf diversen Schotterpisten aufgesammelt haben. Noch schnell die Feuerstell etwas für die nächsten Besucher hergerichtet und wir machen uns auf den langen Weg (11 km) zu unserem nächsten Stellplatz.

Kochen müssen wir heute nicht mehr, da wir die scharfe Kürbis-Möhren-Suppe gestern schon vorbereitet haben. So haben wir etwas Zeit mit unserem Reisekochbuch zu beginnen, was es in Kürze hier als separaten blog geben wird. Außerdem wird hier gleich nochmal die Angel zu Wasser gelassen, wenn das Wetter hält und die Mücken mich am Leben lassen.

Der Wechsel aus warm und feucht in den letzten Tagen hat die kleinen Blutsauger erwachen lassen und die üblichen Gegenmittel werden aus dem Schrank geholt. Morgen geht es weiter nach Vilhelmina, dem Ende des Vildmarksvägen und von dort aus dann weiter Richtung Polarkreis.


Mittwoch, 08. Juni 2022


Am Montag haben wir uns dann von Ecki und Jacky verabschiedet und haben uns bei bestem Wetter (der Sommer scheint im Jämtland angekommen) auf den Weg in Richtung Vildmarksvägen gemacht. Wir sind bis zum 2. Naturcamping hinter Strömsund bei Gubbhögen gekommen.

Wieder einmal ein fantastischer Platz, der liebevoll von den Bewohnern des Dorfes gepflegt und mit Brennholz versorgt wird. Michael, der hier ein Bed & Breakfast in Gubbhögen führt, hat sich mehrfach bei uns blicken lassen und uns viele, nützliche Tipps bzgl. der Gegend und Schweden generell gegeben.

Super netter Typ, der seit einigen Jahren seinen Lebensmittelpunkt hierhin verlegt hat. Kann man schlechter machen wenn ihr uns fragt. Wunderschöne Gegend, sodaß wir zwei Nächte hier am See bleiben, obwohl es sich mit weiteren Gästen füllt - Vildmarksvägen eben.

Genug gejammert, hier ein paar Bilder von diesem wirklich schönen Ort.

Ecki hatte mir am Sonntag noch ein sogenanntes „Vorfach“ ans Herz gelegt, falls ein Hecht beißen sollte und mir auch gleich eins in die Hand gedrückt, da bei unserer Billig-Angel von Amazon sowas nicht dabei war. Für die nicht-Angler, das ist ein Stück Stahlseil ganz am Ende der Leine, welches ein Raubfisch mit seinen scharfen Zähnen nicht durchbeißen kann.

Hilft dabei, das die Tiere nicht haufenweise Köder schlucken, dann die Schnur durchbeißen und mit den Haken im Maul rumschwimmen müssen.


Soweit, so gut. Hier am See habe ich mir über iFiske, die schwedische Anglerapp, eine Tageskarte gelöst und nach ca. 10 Würfen besagtes Vorfach verloren, da sich der Haken auf Grund irgendwo richtig verhäddert hat. So ein Scheiß! Aber da laut app hier eh nur Forellen und Rotforellen gefangen wurden, hab ich es am Abend halt nochmal ohne Vorfach versucht.

Katja war gerade ne kleine Runde mit dem Hund und ziemlich überrascht als sie Mr. Hecht gesehen hat, den ich aus dem Tümpel gezogen hab. Stolze 62cm aber nicht in der Lage die blöde Angelschnur durchzubeißen. Pech für Mr. Hecht, so hat er das Zeitliche gesegnet und wurde zum Catch of the day.

Ausnehmen muß man so einen Vogel wohl nicht mit seinen y-Gräten, wie uns irgendwelche you-tube-Angler erklären und so schneide ich 4 grätenlose Filets aus Mr. Hecht, die wir uns am nächsten Tag auf frisch gebackenem Brot von Katja schmecken lassen.

Ihr kennt das schwedische Brot ? Dann wißt Ihr, warum wir jetzt vermehrt selber backen. Gestern Morgen nicht im Omnia sondern im Dutch Oven. Der war ja fast noch warm vom Abend zuvor, wo er für Gulasch vom dänischem Salzwiesenkalb herhalten mußte.

Für den gefangenen Hecht gab es dann zur Belohnung zum Whisky auch ne feine Laubrolle. Mr. Hecht haben wir in der Pfanne in Butter nur kurz angebraten, auf‘s Brot und etwas frischen Pfeffer drüber. Sehr, sehr lecker, auch wenn die Schweden sich vor Hecht regelrecht ekeln, da der Kollege ja ein Allesfresser ist.


Gestern haben wir dann einen ganz gechillten Dienstag verbracht. Neben dem Brot backen stand eigentlich nur ein erster Test des Kajak‘s an, welches wir extra für diese Tour angeschafft hatten. Wir sind zu einer kleinen Insel und zurück gepaddelt und es ging wirklich gut.

Später soll Tugger auch mal mitfahren, aber die erste Testtour haben wir ohne Ihn absolviert.

Heute haben wir dann wieder unsere Klamotten gepackt und sind weiter zum „schönsten Wasserfall“ von Schweden. Obwohl es sich wieder bewölkt und auch ein paar Tropfen fallen, haben wir riesen Glück und die Sonne scheint, als wir am Hällingsåfallet ankommen.

Wow, ist das schön !!!

Katja und Tugger habe ich dann am Wasserfall ausgesetzt und bin das Tal ca. 2 km zurück mit dem LKW. Die beiden haben die Strecke dann zu Fuß am Fluß entlang absolviert. Ein kleines Abenteuer, da einige Passagen wohl etwas schwieriger waren. Aber alles gut gegangen. Ich habe in der Zwischenzeit eine kleine roomtour im Kabenzmann mit einem netten Camper aus Dortmund gemacht, der ganz lieb gefragt hat, ob er mal einen Blick ins Auto werfen darf.


Wir sind dann nur noch ein paar Kilometer weiter und stehen jetzt für die Nacht auf einer Landzunge mit Blick auf Norwegen. Außer (hoffentlich) ein paar Tieren sollte uns hier niemand behelligen, Katja hat für uns ne kleine Offroad-Anfahrt rausgesucht und ich danke es ihr.


Samstag & Sonntag, 04. und 05. Juni 2022


Nüscht, janüscht hammer jesehen! Das Dorffest der Tiere an unserem Stellplatz im Wald muß am vorangegangenen Wochenende stattgefunden haben. Nicht mal nen Fuchs oder ein Reh haben wir gesehen, geschweige denn nen Bären oder nen Elch 🤨

Hm, schön war es trotzdem und jetzt wissen wir auch, wie irre laut die Uhr im Tacho vom Kabenzmann oder der PC-Lüfter der Trenntoilette sind, die wir sonst gar nicht hören. Da fällt es schwer bei der ganzen Stille einzuschlafen weil man es gar nicht gewohnt ist.


Wir sind dann am nächsten Morgen weiter und immer durch den Busch bis nach Gällö ins Camp Viking. Was die Schweden alles so im Wald stehen lassen. Ach, weiß eigentlich jemand warum die Schweden so auf alte Ami-Schlitten stehen?

Gefühlt jedes 10. Auto was wir sehen ist irgend ein alter Chevy oder sowas aus den 60er oder 70er Jahren.

Heute Morgen haben wir dann noch Frischwasser gebunkert, Grauwasser abgelassen und auch den Reifendruck am Kabenzmann mal kontrolliert. Alles im Lot, hinten sind jetzt 6,8 und vorne 6,5 bar drauf.


Weiter ging es heute größtenteils wieder über die TET bis zur Woodland Farm, die seit 2 Jahren einer jungen, deutschen Familie gehört, die hier wohl zu Anfang der Corona-Zeit alles richtig gemacht hat.

Viel Land in der schönen Natur und in 3 Minuten zu Fuß am See. Denke ich schnappe mir gleich noch die Angel und versuche mal mein Glück.


Angeln war dann doch erst Sonntag dran, allerdings ohne Erfolg - ich schieb das heute mal auf zuviel Wind ;-) Vorher allerdings gab es erstmal lecker Frühstück in der Sonne ☀️

Eigentlich wollten wir zum Abend den Dutch Oven bemühen, dann kommt aber Ecki rum und fragt, ob wir beim Pizza-Abend mitmachen wollen. Klar wollen wir! Also feuert Ecki den Pizzaofen an, richtig klasse👍

Morgen sollen dann zur Sonne auch noch die Temperaturen hochgehen, was dann als Kehrseite der Medaille die Mücken aus dem Winterschlaf erwecken sollte.

Egal, wir machen uns morgen auf den Weg Richtung Vildmarksvägen und sind schon gespannt. Hoffentlich ist noch nicht so viel los.


Donnerstag, 02. Juni 2022


Irgendwo im Nirgendwo. Nach gut 120 km, davon knapp 70 km single track gravel stehen wir auf einer Lichtung irgendwo im nördlichen Mittelschweden. Menschen haben wir hier ne ganze Zeit nicht gesehen und die letzten 40 km gab es auch kein Handy-Netz. Jetzt haben wir wieder einen Balken und unser Nachtlager für heute gefunden.

Wir haben uns größtenteils wieder am TET orientiert und das macht richtig Laune. Die Karre wird zwar saudreckig, aber so ist das halt. Dafür sind wir mitten in der Natur.

Neben den Elchspuren und viel Elch- Losung haben wir auf den letzten 500 Metern bis zu dieser Lichtung laut Google lens auch Waschbär- und Bären- Losung gefunden. Mittlerweile gibt es in Schweden wieder gut 3.500 freilebende Bären.

Jetzt fehlen nur noch die entsprechenden Tiere zu dem Mist - wir sind gespannt und legen uns im Kabenzmann auf die Lauer.


Dienstag, 31. Mai 2022


Regen am Morgen beim letzten Kaffee im Offroadcamp von Katrina und Martin in Nornäs. Wir sind am späteren Sonntag Vormittag, die knapp 40 km bis hierher in die „Wildnis“ gefahren und wurden sehr herzlich empfangen.

Wir haben uns dann zunächst auf unserem Platz neben dem Loppis Bus häuslich eingerichtet, bevor wir uns das Gelände des Camps und seine Einrichtungen etwas näher angeschaut haben.

Irre, was die Zwei hier in 7 Jahren alles aufgebaut haben. Alles mit super viel Liebe zum Detail gemacht, ein wirklich wunderschönes Camp, wie man es sich besser nicht malen könnte.

Alles sehr gechillt hier.


Auf einem Spaziergang zum See haben wir zumindest schonmal die Losung eines Elches gesehen, was uns an unser Abendessen erinnert, auf das wir uns schon besonders gefreut haben, auch schon bevor wir hier überhaupt angekommen waren.

Kati macht uns Burger, einmal Rentier, einmal Elch. Wir machen in der Zeit das Feuer an und lassen uns dann zum Candlelight dinner bedienen.

Das Wetter am Sonntag war bedeckt aber trocken und gegen Abend kommt auch hier und da die Sonne durch.

Gestern sieht es dann schon ganz anders aus und wir genießen den Tag bei Sonne und bis zu 17 Grad. Wenn der Wind weg ist, fühlt es sich eher wie 25 Grad an. Die Sonne hat richtig Kraft!


Bei so schönem Wetter haben wir Mr. Kabenzmann auch mal wieder was Gutes getan. Kleiner Service mit Ölkontrolle (0 Verlust auf den letzten 1.500km), einmal abschmieren nach gut 3.500km, Wischwasser auffüllen - wichtig hier oben und ein paar Flugroststellen mit Owatrol-Öl behandelt.

Die Bremsflüssigkeit steht bei Minimum, das muß beobachtet werden und hier muß ich mal nen Liter Dot 4 besorgen und in die Pflegekiste legen.


Zur Belohnung für die ganze Arbeit gab es dann Abends das volle Programm mit Steak von Bruchbach Beef, Zigarre und nem leckeren Whisky. Katja hat auch noch einen Marmorkuchen im Omnia gebacken. Dazu natürlich Lagerfeuer und Gespräche mit sehr netten „Mitbewohnern“ hier im Camp.

Wir haben ein paar Tips bekommen und wollen mal schauen, ob wir auf unserem Weg weiter hoch in den Norden vielleicht auch Stückchen der TET (Trans European Trail) fahren können.

Fest steht, sollten wir wieder in der Gegend sein, dann wird in jedem Fall hier wieder Station gemacht. Vielen Dank Katrina & Martin!


Sonntag, 29. Mai 2022


Wir sitzen beim Kaffee im Kabenzmann und schauen auf den Dalälven, einen Fluß in Mittelschweden.

Die Nacht war recht frisch, sodaß wir heute morgen sogar die Heizung angemacht haben. - Wir Weicheier :-)

Von unserem Platz auf der Insel im Siljan sind wir gestern ca. 70km weiter gefahren, bis wir hier am Fluß angekommen sind. Ein paar Meter weiter ist ein offiziell ausgeschriebener Stellplatz für 60Kronen/Nacht, der ist allerdings nicht anders ausgestattet als unser Platz, der ebenfalls über Feuerstelle, Brennholz und Toilette verfügt.

Das Feuer haben wir bei den aktuellen Tagestemperaturen von 13-14 Grad dann auch wieder schnell entfacht und Abends gab‘s Maiskolben und Kartoffeln aus der Glut. The simple life halt.

In der Schutzhütte an der Grillstelle haben Gaby und Sam für die Besucher des Platzes ein echt tolles Bild gemalt. Wände „voll schmieren“ geht auch in schön. Vielen Dank unbekannterweise.

Übrigens war das hier auch der erste Platz in Schweden, wo wir etwas Müll aufgesammelt haben.

Grund: an den bisherigen Plätzen lag keiner.

Hier unterscheidet sich unsere Skandinavientour auch deutlich von unserer Winterreise durch Albanien & Griechenland. Hoffentlich bekommen diese Länder das Müllproblem irgendwann in den Griff, denn das war eigentlich das Einzige, was uns dort unangenehm aufgefallen ist.


Heute wollen wir auch nur ein paar Kilometer weiter und dem Offroad Camp von Katrina und Martin einen Besuch abstatten. Die beiden haben sich vor ein paar Jahren hier oben in Schweden ein Stück Wald gekauft und hier über die Zeit ein Camp errichtet. Besonders gespannt bin ich auf Katrina‘s Elch- und Rentierburger.


Freitag, 27. Mai 2022


Große Diskussion beim Frühstück ob wir weiter Richtung Norden fahren sollen oder ob es doch angenehmer ist, aufgrund der Wettervorhersagen für die nächsten 1-2 Wochen eher eine Runde über Südschweden/Öland zu drehen.


Erstmal nen zweiten Kaffee und zurück zum gestrigen Vatertag. Wir sind am Siljan geblieben und haben begonnen ihn im Uhrzeigersinn zu umrunden. Auf einen Tipp von Sabine hin haben wir in Leksand die gleichnamige Knäckebrotfabrik besucht und uns mit dem knusprigen Stoff eingedeckt.

Von Leksand sind wir dann die Westseite des Siljan wieder hoch und auf die Insel Sollerön abgebogen. Den überfüllten Camping haben wir rechts liegen lassen und sind weiter bis nach Kulåra.

Hier stehen wir ganz alleine auf einem traumhaft schönen Platz mit Feuerstellen und einer ganzen Hütte voll trockenem Brennholz.

Also erstmal Feuerstelle hergerichtet und den Dutch Oven in Stellung gebracht. Abgewandelter Bauerntopf mit Salsiccia, welcher uns ausnehmend gut gelungen ist. Das Vatertagsbier durfte natürlich auch nicht fehlen und es ist den ganzen Abend trocken geblieben und sogar die Sonne ist rausgekommen, obwohl in der Wetterapp ziemlich sicher Regen angesagt war.

Was uns zurückbringt zur Frage „Norden oder Süden“ ?

Erstmal bleiben wir noch eine Nacht hier stehen und genießen diesen wunderschönen Ort.


Mittwoch, 25. Mai 2022


Was macht man bei Regen in Dalarna ? Ich bin da eher so der Typ „ausgedehntes Mittagsschläfchen“, habe mich aber von Katja überzeugen lassen, dass in Nusnäs in jedem Fall ein Besuch der Geburtsstätte der Dalahäst angesagt ist.

Natürlich ist auch ein kleines Exemplar im Einkaufskorb gelandet und hat im Kabenzmann auch sofort seinen Platz gefunden.

Apropos Platz, da der schöne Stellplatz am Hafen von Nusnäs sich doch zusehends mit Womo‘s gefüllt hat, sind wir ca. 6km weiter und wieder ab in den Wald und direkt ans Ufer des Siljan.


Dienstag, 24.Mai 2022


Wir stehen irgendwo in Dalarna im Wald, natürlich in der Nähe irgendeines Gewässers und es ist Zeit für‘s Abendessen. Heute einfach mal nur Spaghetti Aglio Olio e Peperoncino.

Wir sind heute knapp 140km weiter Richtung Norden gefahren und irgendwo kurz hinter Malung rechts abgebogen. Dann noch knapp 2 km durch den Wald und wir kommen auf einem Parkplatz an einer Schleuse an, wo uns heute sicher niemand mehr stören wird. Außer vielleicht die Familie Bieber, die hier schon so einige Bäumchen umgelegt hat.