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  • AutorenbildTeam Kabenzmann

Day One - Überwintern in Griechenland - Teil 1

Aktualisiert: 15. Feb. 2022

Samstag, 25. September 2021


Nun ist es also soweit, unsere Reise beginnt! Jobs im klassischen Sinne haben wir keine mehr, Haus, Auto & Co. haben neue Besitzer gefunden, wir haben uns deutlich verkleinert und sind in den letzten Monaten überflüssigen Ballast los geworden. Das fühlt sich bis hierher schonmal sehr gut an!

Parallel ist unser Reisefahrzeug soweit fertig, dass es seinen Zweck erfüllt. Mr. Kabenzmann hat mit uns die ersten 12.000 km abgespult und die meisten Standschäden sollten mittlerweile durch-repariert sein. Einiges wird sicher auf unserer Reise noch anfallen aber aufgrund unserer Erfahrungen mit der einfachen Technik des Autos sehen wir dem eher gelassen entgegen. Der geplante, absenkbare Heckträger für Fahrräder/Motorrad ist auch nicht rechtzeitig fertig geworden, so werden wir auf dieser Reise dann wohl etwas häufiger zu Fuß unterwegs sein - kann ja auch nicht schaden.


Bei einem Abschiedsessen mit Freunden in einer Tapas-Bar in der Nähe von Köln ist dann letzte Woche die Entscheidung gefallen, dass wir nicht in Süd-Spanien/Portugal überwintern werden, sondern über Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien nach Griechenland fahren werden. Die Tapas waren nicht wirklich gut, vielleicht hat das die Entscheidung auch etwas beeinflußt ;-)

Da es für uns das erste Mal ist, dass wir Reisen und nicht Urlaub machen, müssen wir uns wahrscheinlich etwas zügeln, was die Tageskilometer angeht.

Aber das lernen wir bestimmt auch noch. Unsere erste Etappe ist so auch nur knapp 70 km kurz und wir besuchen noch Verwandtschaft am Rhein, die Mr. Kabenzmann bis dato noch nicht live gesehen hat.


In den kommenden Tagen geht es dann zu einem Kurzbesuch an die Mosel, zum Tanken nach Luxemburg und dann ganz entspannt gen Südosten.

Wir freuen uns über alle, die uns hier auf unserem blog zumindest virtuell begleiten. Auch Tipps zu Übernachtungsplätzen, schönen Offroad-Strecken oder Empfehlungen bzgl. Essen und Trinken sind jederzeit willkommen.

Natürlich freuen wir uns mindestens genauso, auf neue Bekanntschaften und Freundschaften, die wir unterwegs machen.

Dieser blog hier soll unser Reisetagebuch werden, einzelne Highlights gibt es dann aber auch regelmäßig in Kurzform auf Instagram und Co. zu sehen.


Seit heute ist also „One Day“ für uns Geschichte, heute ist für uns „Day One“! - Start the engine.

(Ach ja, gewählt haben wir natürlich schon - das erste Mal per Brief.)

Es sind heute dann doch nur ca. 50 km geworden und die erste Nacht verbringen wir auf unserem „Stammplatz“ in Federath. Lagerfeuer, ein Glas Rotwein auf den Start in die Freiheit und das bei bestem Frühherbst-Wetter. So kann es gerne weiter gehen.

Sonntag, 26. September 2021 (Wahltag)


Nach dem Kaffee haben wir uns in Richtung Rhein auf den Weg gemacht. Bei dem schönen Wetter war natürlich nicht dran zu denken in Mondorf einen Parkplatz am Wasser zu ergattern, so sind wir direkt eine Sporthalle angefahren und haben Mr. K. hier abgestellt.

Nach einem Kurzbesuch bei meinem Lieblingsonkel zu Kaffee und Kuchen sind wir dann weiter Richtung Nürburgring über die B256. Am Ring vorbei haben wir den perfekten Stellplatz hinter dem Sportplatz in Demerath gefunden. Die Dorfjugend feiert hier zwar noch ne kleine Party, aber das dürfte sich mit dem heraufziehenden Regen wahrscheinlich auch bald erledigt haben. Für morgen haben wir einen weiteren Kurzbesuch in Bernkastel Kues auf dem Plan. Hier wollen wir unser altes Tacho vom Kabenzmann in gute Hände übergeben. Von hier ca. 50 km, also wieder eine angenehm kurze Strecke.

So, jetzt bei Kartoffelsuppe erstmal schauen, wie unser Land denn voraussichtlich die kommenden 4 Jahre regiert wird.

Montag, 27. September 2021


Der Abend und die Nacht waren wirklich ruhig. Die Kids haben noch ne Stunde Musik gemacht, dann war Ruhe. Wirklich ein perfekter Stellplatz mit Blick über die Vulkaneifel.

Nach einem kleinen Frühstück und ner Runde mit dem Hund sind wir dann weiter zur Mosel. Unseren Stellplatz für die Nacht haben wir dann in Andel gefunden. Direkt am Wasser und wenn wir Glück mit der Obrigkeit haben, auch kostenfrei. Katja und Tugger haben ein paar Walnüsse gesammelt und ich hab die Aussicht von unserer Sonnenterrasse genossen.

Hauptgrund für unseren Besuch hier in Bernkastel ist die Tatsache, dass wir Lara und Marcel kürzlich in Hagen auf dem Treffen von Nico (HaKaWe) kennengelernt haben. Die beiden bauen ebenfalls einen 1222AF zum Reisemobil um und der Tacho von Marcel hatte nen Schuß und zeigt die Geschwindigkeit nicht mehr an.

Da trifft es sich doch gut, dass der TÜV zur letzten HU meinte, unser Kabenzmann müsste einen Fahrtenschreiber haben. Über Sinn und Unsinn dieser Forderung lässt sich trefflich streiten, aber so hatten wir nen Tacho übrig, der dann heute mehr oder weniger feierlich den Besitzer gewechselt hat.


Seeeehr positiver Nebeneffekt, zumindest aus unserer Sicht, Marcel und Lara führen das Restaurant „Alter Moselbahnhof“ in Bernkastel-Kues in dritter Generation. Hier gibt es nicht nur ausgesucht guten Riesling sondern auch den besten Pfälzer Saumagen auf Winzergräwes, den wir je gegessen haben.

Ok, ich gebe es zu, ich hab Helmut K. immer für einen Unmenschen gehalten, da ich bis heute nicht wirklich wußte, was Pfälzer Saumagen ist. Und in meinen Gedanken war es immer ein ziemlich ekeliges Gericht.

Sei‘s drum, es war köstlich und es war wirklich schön, die beiden wieder getroffen zu haben. Die knapp 3 km entlang der Mosel zurück zum Kabenzmann sind wir dann auch trocken geblieben und kaum haben wir es uns drinnen gemütlich gemacht, fängt es an zu regnen.

Sau(magen) muß man haben. Toller Tag mit netten Menschen! - Kann von uns aus gerne so weiter gehen.


Dienstag, 28.September 2021


Die Nacht an der Mosel war herrlich ruhig und am nächsten Morgen geht‘s nach einem Kaffee der Mosel entlang weiter Richtung Luxemburg - nochmal „günstig“ tanken! 😏…. aber soooo günstig war es dann doch nicht!

Und da wir grad sehr nah dran sind ist der Plan entstanden, morgen einem lieben Freund im Elsass einen Besuch abzustatten. Also fix einen neuen Übernachtungsplatz gesucht und direkt an der Saar auch gefunden. Wenn Wasser in der Nähe ist, stehen wir da natürlich immer sehr gern. Gerd chillt lieber und Katja schaut sich mit Tugger die hübsche kleine Stadt an, die einige schöne Sehenswürdigkeiten zu bieten hat.

Unter anderem einen Wasserfall, der sich mitten im Ortskern 10 mtr. in die Tiefe stürzt! Und Gassen durch die sich das kleine Flüsschen schlängelt, und einen an Venedig erinnern lässt!

Heute machen wir unser Essen wieder selbst - es gibt Pilz-Parmesan-Risotto…. mjammi 😋.


Freitag, 01. Oktober 2021


Die Zeit verfliegt. Am Mittwoch sind wir nach einer sehr ruhigen Nacht an der Saar in Richtung Frankreich aufgebrochen. Natürlich nicht ohne vorher 3 von den kleinen Aufklebern am Kabenzmann anzubringen, die >3,5 to jetzt Pflicht sind.

Bis Saverne zu Ann-Kathrine und Benoit waren es ungefähr 150km. In Savern selbst haben wir uns für den Campingplatz entschieden - ein bißchen Luxus darf ja auch mal sein.


Apropos Luxus, wir wurden fürstlich verpflegt und verbrachten zwei sehr schöne Abende mit unseren Freunden. Am Mittwoch waren wir in einem kleinen Restaurant im Ort und am Donnerstag haben uns die beiden zuhause bekocht und begrillt. Ein Traum!

Zum Cote de boeuf vom türkischen Metzger um die Ecke gab es selbst gemachtes Kartoffelpüree und Bohnensalat. Als Nachspeise gab es Birnentarte begleitet von 60 Jahre altem „Schnaps“.

Der Oberhammer, alles sooo lecker! Vielen Dank Ann-Kathrine & Benoit !

Heute sind wir dann weitergefahren nach Eguisheim, sicher einem der schönsten Orte im Elsass. Da doch ziemlich touristisch, war es hier auch nix mit Freistehen. So sind wir auf dem Campingplatz Des Trois Chateaux untergekommen. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort gab es heute Abend Bratkartoffelpfanne am Auto. Morgen soll es dann weitergehen in Richtung Schwarzwald und dann die kommenden Tage bei schlechter werdendem Wetter (laut Vorhersage) weiter gen Osten.

Ach ja, es hat dann auch mit etwas Verzögerung noch die Reservierung eines Ineos Grenadier funktioniert. Wenn wir ihn dann wirklich bestellen sollten, könnte er ungefähr so aussehen.

Samstag, 2. Oktober 2021


Es sind 80km geworden, die wir heute von Eguisheim nach St. Märgen im Hochschwarzwald gefahren sind. Mehr mußte nicht sein, da wir ja noch ein bißchen vom schönen Wetter genießen wollten. Die nächsten Tage sollen ja nicht ganz so prickelnd werden. Außerdem haben wir es ja eh nicht so eilig auf unserer Reise.

Jetzt sind wir heute seit einer Woche unterwegs und wir sind von zuhause bis hierher ca. 720km gefahren. Wir haben in der einen Woche gefühlt mehr erlebt als im Arbeitsalltag zuhause in einem ganzen Monat.

Die Menschen sind sehr neugierig was den Kabenzmann angeht und so habe ich dann auch in Saverne zwei interessierten Herren auf französische die Eigenheiten unseres Gefährts erläutert (ohne selber mehr als zwei Worte Französisch sprechen zu können). Geht alles.


Heute spielen hier im Hochschwarzwald die erste und auch die zweite Herrenmannschaft des SV St. Märgen zuhause. Die zweite Mannschaft hat ihr Heimspiel wohl knapp verloren und das Spiel der ersten läuft noch.

Wir hatten gerade Spaghetti aglio e olio und drehen jetzt noch ne kleine Verdauungsrunde mit dem Hund. Wirklich schön hier und nachdem die verrückten Moppedfahrer jetzt auch durch sind (einige leider wieder im Krankenwagen) wird die Nacht sicher auch ganz ruhig.

Morgen ist das grobe Ziel das Hinterland vom Bodensee - mal schauen.


Montag, 4. Oktober 2021


Wir sind von Sankt Märgen immer vorm Regen weg nach Osten gefahren und haben in Illmensee den Buhof gefunden. Ein privat geführter Camping auf weitläufigen Wiese oberhalb vom Illmensee. Traumhaft hier zu stehen. So haben wir uns dann auch entschieden, min. 2 Nächte zu bleiben, bevor es weiter Richtung München geht.

Da der beste Reisehund von allen hinten links ziemlich unrund läuft (und das schon seit ein paar Tagen), nutzen wir den Stop hier evtl. auch, um ihn mal einem Tierarzt vorzustellen. Die Anzeichen deuten für uns klar darauf hin, dass es sich um Arthrose handelt aber eine professionelle Meinung wäre uns hier doch wichtig.


Gestern haben wir ne kleine Runde am See gedreht und Abends haben wir noch mit Jo und Petra am Lagerfeuer gesessen. 4 Leute und 3 unterschiedliche Camperkonzepte. Petra hat sich einen VW Caddy ausbauen lassen und ist mit einer Skibox auf dem Dach eigentlich nicht als Camper zu erkennen. Jo fährt einen Amarok mit Alucab Aufbau, den er gerade noch selber ausbaut.


Zurück von der Tierärztin ist auf den Röntgenbildern kein Arthrose zu erkennen, zumindest nicht im Knie. Es könnte das Kreuzband sein, was allerdings auch noch sehr fest ist. Von daher vielleicht eher eine Entzündung. Tugger hat ein Schmerzmittel bekommen und wir werden es beobachten. Zumindest steht fest, dass unser Dicker etwas abspecken muss. Aktuell hat er 22,3 kg, wobei 19 kg deutlich besser für die Gelenke wären.

Also weniger Futter, normales Spazierengehen und vorerst kein Toben. Hoffentlich kommen wir halbwegs zeitnah ins Warme, was dann auch helfen sollte. Hier hat uns der Regen nämlich jetzt auch eingeholt und es ist ganz schön ungemütlich.


Dienstag, 5. Oktober 2021


Letzte Nacht hat es ordentlich geregnet, aber wir hatten Abends noch alles im Auto verstaut. Die Heizung muß dann auch schonmal ran, wobei ich eigentlich dachte, die braucht es erst in den slowenischen Bergen.

Egal, wir sind dann heute knapp 200 km Richtung Osten gefahren und haben einen schönen, ebenen Stellplatz in Antdorf gefunden. Wieder mal an einem Sportgelände.

Die Hunderunde ist auch trocken geblieben und jetzt, wo der Regen wieder einsetzt, sitzen im trockenen und warmen Kabenzmann und kochen uns ein scharfes Kürbissüppchen.


Donnerstag, 7. Oktober 2021


Angekommen in Land no. 4 unserer Reise, Österreich. Wir stehen in Golling an der B 159 auf dem Stellplatz an der Therme.

Gestern morgen haben wir uns in Antdorf auf den Weg gemacht Richtung München, bzw. Richtung Etzenberg, etwas östlich von München. Dort leben Yvonne und Frank sehr schön ländlich und dementsprechend mit sehr viel Platz für unseren Dicken.

Am Abend sind wir zusammen Essen gegangen und es war saulecker! Für mich gab‘s Schweinsbraten mit Semmelknödel in dunkler Biersoße - ein Gedicht!


Heute haben wir uns dann beim Frühstück von Frank ein paar Tipps für Slowenien geben lassen, denn dort kommt er her. Außerdem haben wir das Angebot der beiden genutzt und eine Maschine Wäsche gewaschen und getrocknet. Das ist natürlich gerade, wenn es draußen nass ist, sehr praktisch - Vielen Dank nochmal für Eure Gastfreundschaft!

Am frühen Nachmittag haben wir uns dann verabschiedet und haben uns in Richtung Grenze auf den Weg gemacht.

Bis heute sind wir keinen einzigen der gut 1.300km irgendeine Autobahn gefahren und das soll sich auch bei unseren Nachbarn im Südosten nicht ändern. Also kurz durch Salzburg durch und dann die 159 längs.


Heute Abend gibt es irgendwas mit Nudeln und wir hoffen, dass wir morgen vielleicht etwas besser Sicht auf die Berge haben. Es soll dann je nach Lust und Laune die 99 weiter runter Richtung Kärnten und Richtung Slowenien (Land No. 5 auf der Tour) gehen.


Samstag, 9. Oktober 2021


Heute sind wir genau 2 Wochen unterwegs und die Zeit verfliegt. Wir sind mittlerweile in Kärnten beim Jakelbauern angekommen - ein sehr schöner Platz etwas oberhalb der Drau. Gerade kommt die Sonne durch den Nebel und die nächsten beiden Tage sollen richtig schön werden.

Gestern war Klettertag für Mr. Kabenzmann angesagt. Wir haben gemeinsam den Aufstieg nach Obertauern und dann auch die Katschberghöhe gemeistert. Für Anstieg no. 2 haben wir vorsichtshalber die Untersetzung eingelegt. Das war gut so, den 15% Steigung (und auch Gefälle) machen unserem Dicken schon ganz schön zu schaffen. In der Untersetzung geht das dann im 3. Gang deutlich entspannter. Mit unglaublichen 25km/h sind wir dann die steilen Abschnitte hoch. Gut, dass zu dieser Jahreszeit fast nix los ist und wir nur gelegentlich jemanden aufhalten.


Wir sind ja eigentlich aufgebrochen, um die Wärme des Südens zu genießen. Aktuell wird es aber mit jedem km etwas kälter :-) In Obertauern liegt schon Schnee und die Hunderunde bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt fällt dann auch kürzer aus.

Gestern Abend gab es dann ein vorzügliches Curry im Auto. Die Kocherei auf Strom/Induktion funktioniert prima, trotzdem wäre es uns lieber, bei wärmerem Wetter draußen zu kochen.

Gleich gehen wir ne Runde wandern und bleiben wahrscheinlich auch noch min. eine weitere Nacht hier oben beim Jakelbauern.


Als nächstes steht dann der Wurzenpaß mit 18% auf dem Programm und wenn wir dann irgendwann in Slowenien ankommen, geht es mit dem Vrsic-Pass durch den Triglav-Nationalpark in Richtung Soca lustig und kurvenreich (50 Haarnadelkurven) weiter. Wir sind sehr gespannt und werden weiter berichten.

Mr. K. schlägt sich bis dato hervorragend und hat gestern zur Belohnung nochmal einen halben Liter Motoröl bekommen.


Montag, 11. Oktober 2021


Es ist Montag Morgen und wir genießen unseren ersten Kaffee direkt an der Soca im Camp Jelinc. Aber der Reihe nach. Wir haben zwei sehr ruhige Nächte beim Jakelbauern verbracht, sind ein Stückchen vom Jakobsweg in Kärnten mit dem Hund gelaufen und haben uns auf die Kälte im Gebirge vorbereitet.

Mr. Kabenzmann hat frisches Fett in die erreichbaren Schmiernippel bekommen sowie noch einen halben Liter Motoröl für die anstehenden Anstiege.

Außerdem haben wir das Wasser aus der Solardusche auf dem Fahrerhausdach abgelassen, da dieses aktuell maximal einfrieren kann (-7C auf dem Vrsic-Pass).

Wir haben uns dann entschlossen, die Reise am Sonntag fortzusetzen, auch auf die Gefahr hin, dass wir vielleicht den ein oder anderen Wochenendausflügler mehr am Berg ausbremsen.

In Villach haben wir Mr. K‘s Dieselvorrat nochmal aufgefüllt (1,32€ scheint aktuell das beste Angebot im Umkreis von 500km zu sein :-().

Frisch geschmiert und betankt, die Untersetzung eingelegt, ging es dann den Wurzenpaß mit seinen 18% Steigung hoch. Immer schön im 3. Gang mit 1800 Umdrehungen wenn es dann steil wurde. Gar kein Problem für unseren Dicken, auch wenn wir keine Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt haben. Auf der anderen Seite im 4. Gang runter, lediglich mit Motorbremse.


Land no. 5 auf unserer Reise (Slowenien) ist erreicht. Wir hatten mit dem Gedanken gespielt zunächst nach Bled zu fahren, haben uns aber aufgrund der Wettervorhersage lieber dafür entschieden, den Vrsic-Pass mit seinen 51 Kehren in Angriff zu nehmen. Alles in der Hoffnung, hinter dem Berg im Tal der Soca besseres Wetter anzutreffen.

Ob wir den Vrsic-Pass jetzt mit unserem dicken (10,5to) Wohnmobil fahren dürfen oder nicht, war für uns bis zum Schluß nicht klar. Es stehen überall Schilder, die die Durchfahrt für LKW über 7,5to verbieten. Die selben Schilder gab es in Österreich zuhauf (L99, L100, Wurzenpass). Auch das sind wir alles gefahren, da die Schilder in Österreich sich auf den gewerblichen Güterverkehr beziehen und Wohnmobile hier fahren dürfen.

Wir hoffen, dass die Slowenen sich an Ihren Nachbarn orientieren und wir nicht mit saftigen Rechnungen überzogen werden.


Bei der Einfahrt in den Triglav Nationalpark bemerkt man sofort einen gravierenden Unterschied zwischen uns Deutschen und den Slowenen. Trotz des mäßigen Wetters (0 Grad und Nieselregen) am Fuße des Passes sind Unmengen an Wanderern unterwegs. Auf der Nordseite des Passes sind die 24 Spitzkehren noch gepflastert.

Fahren läßt sich der Pass super und Gegenverkehr kommt jederzeit an uns vorbei. Auch Buchten, um schnellere Fahrzeuge überholen zu lassen gibt es genügend.

Oben war es ordentlich kalt und es hat ein wenig geschneit. Gut möglich, dass wir in 2 Wochen hier gar nicht mehr drüber gekonnt hätten. Auf der Südseite sind wir dann ganz gemütlich in der Untersetzung und mit Motorbremse runtergezockelt. Zu dieser Jahreszeit sind die meisten Camps in der Nähe des Nationalparks bereits geschlossen. Wir haben uns dann für Camp Jelinc entschieden, welches etwas nördlich von Soca direkt am gleichnamigen und wunderschönen Fluß liegt.

Das Camp ist eher einfach, hat aber alles, was der Camper zum Glücklichsein braucht. Eine große überdachte Feuerstelle gehört zumindest für mich unbedingt dazu und so war klar, dass es zum Abendessen was vom offenen Feuer geben mußte.

Wir hatten noch Kartoffeln vom Bauern aus dem Elsass, Bauspeck am Stück und alle weiteren Zutaten für eine ordentliche Bratkartoffelpfanne. Herrlich !

Das Wetter spielt auch mit. Es ist trocken und 4-5 Grad wärmer als in Kärnten. Vor dem Abendessen sind wir noch ein kurzes Stück des Soca-trails gegangen, von dem wir heute ein bißchen mehr sehen wollen.

Und wenn die Wettervorhersage zutrifft, gibt es heute Abend noch ein paar Bilder mit Sonne, auch wenn es hier ohne Sonne schon wunderschön ist, wie wir finden.

Wir hatten dann am zweiten Tag wirklich Glück mit dem Wetter und so gibt es hier einfach noch ein paar Sonnenfotos von der Soca.

Wirklich wunderschön dieser Fluß und die ganze Gegend. Zum Baden etwas zu frisch mit seinen 8 Grad.

Wir sind ca. 8,5 km am Fluß entlang gewandert und Abends gab es erstmal Essen von Anna im Restaurant des Camps und danach natürlich auch wieder Lagerfeuer.

Die Pilzsuppe von Anna hat genauso geschmeckt wie die, die meine Oma vor gut 45 Jahren für uns gemacht hat. Als Kind habe ich damals 5 Teller verputzt (so hat es meine Oma zumindest immer erzählt) weil die soooo lecker war. Und die von Anna gestern Abend war genauso gut.

Anna hat sogar extra noch für uns bei der Polizei angerufen und gefragt, wie es sich denn mit den Schildern zum 7,5 to - Fahrverbot und unserem übergewichtigen Wohnmobil verhält. Antwort des lokalen Ordnungshüters: „Alles kein Problem solange das Ding als Womo zugelassen ist.“


So sind wir dann heute auch frohen Mutes an den nächsten Schildern vorbeigefahren und haben uns auf dem Weg Richtung Süden den höchsten Wasserfall Sloweniens angeschaut. Im Frühjahr mit der Schneeschmelze sicher noch eindrucksvoller aber auch so schon imposant.

Da das Wetter heute nicht so schön ist wie gestern, haben wir uns entschlossen und sind bis kurz vor die Kroatische Grenze gefahren. Ein ganz unscheinbarer Stellplatz hinter einem Restaurant aber super sauber und alles da, sogar eine heiße Außendusche, die komplett und sehr geschmackvoll gefliest ist.

Der Besitzer kommt vorbei und begrüßt uns auf Deutsch. Ein richtig cooler Typ, mit dem wir uns dann bestimmt 20 min. über unser Auto, seine Familie und den Sinn des Lebens unterhalten.


Morgen wollen wir dann nach Kroatien und über die D8 immer der Küste lang Richtung Süden.


Donnerstag, 14. Oktober 2021


Der Plan ist aufgegangen und wir sind mit Meeresrauschen gestern Abend eingeschlafen und auch heute Morgen aufgewacht. Gut, ein bißchen Bora (Bura) war auch dabei. Es windet doch noch ganz schön hier, aber zumindest ist die Sonne da und wir haben nach einer etwas längeren Fahrstrecke (für unsere Verhältnisse) von gut 200km das kleine Nest Tribanj an der D8 erreicht.


Hier stehen wir auf einem kleinen Stell-/Campingplatz direkt am Wasser. So haben wir uns den Herbst vorgestellt. Stühle raus, ein Glas Weißwein, Augen zu und dem Rauschen der Adria direkt vor unseren Füßen lauschen.

Ab morgen soll die Bura dann auch ein bißchen nachlassen, sodaß die Temperaturen auch noch etwas klettern.

Gestern Abend gab es dann zu allem Überfluß noch Bella Italia aus dem Omnia. Das erste Mal auf dieser Tour und wie immer sehr lecker. 😋

Heute genießen wir einfach mal die Sonne, lassen die Seele baumeln, lesen etwas, machen etwas Sport, gehen vielleicht auch mal ins Wasser oder stellen dummes Zeug an.


Ein nächstes Ziel steht noch nicht fest und da wir das Meer ja jetzt erreicht haben, lassen wir uns einfach treiben. Wir sind jetzt gut 2,5 Wochen unterwegs und haben ungefähr die Hälfte der Strecke in unser Winterquartier hinter uns gebracht.

Wir haben nette Menschen kennengelernt und tolle Orte entdeckt. So kann es unserer Meinung nach gerne weitergehen.


Sonntag, 17. Oktober 2021


Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz vom Krka Nationalpark überlegen wir gerade bei einem ersten Kaffee wo es uns denn nun weiter hinverschlagen soll. Der erste Weg wird uns zurück auf die D8 an die Küste führen, dann sehen wir mal weiter. Das Wetter paßt in der Region, sodaß wir gar nicht weit fahren müssen.

Außerdem müssen wir uns auch ein bißchen auf die anstehenden Reiseländer Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien vorbereiten. Hier kennen wir uns noch gar nicht aus.


Montag, 18. Oktober 2021


Wir hätten es wirklich schlechter treffen können. Durch die Gruppe Camping Kroatien auf fb sind wir gestern während der Fahrt auf das Camp Sirena aufmerksam geworden und es war eine sehr gute Entscheidung, hier für die nächsten paar Tage Station zu machen.


Aktuell gibt es ein Sonderangebot von umgerechnet 15€/pro Nacht, inkl. WLAN und Strom, den wir beim aktuellen Wetter jedoch selber im Überfluss haben.

Nach kurzer Besichtigung habe wir unseren Platz direkt am Wasser gefunden. 50m bis zum Strand und Traumwetter, also erstmal ne Runde in die erfrischende Adria.

Natürlich hat uns Milan auch direkt begrüßt (Ich heiße Milan und arbeite hier!) Geiler Typ, der hier den Entertainer spielt. Er möchte gerne unser Auto und auch gerne Katja kaufen, wenn ich bereit wäre, auf Mr. K. oder meine Frau zu verzichten.

Beim fantastischen Abendessen (Calamari für Katja und Lamm vom Grill für mich), steht Milan sofort wieder parat und erklärt uns den Inhalt seines Körbchens. Das hilft angeblich sehr gut gegen Corona und enthält alles von mildem Birnenschnaps über Grappa bis hin zu Kettenfett wie er sagt.

Er kommt am Abend des öfteren mit seiner Medizin vorbei und erklärt uns, dass wenn er später ins Bett muß, Selbstbedienung angesagt ist, was den Schnaps betrifft.

So steigt die Stimmung im Saal, erst recht, als die 2-Mann-Kapelle loslegt. Dalmatische (oder heißt es Dalmazische oder gar Dalmatiner?) Volksweisen und anderes Liedgut werden zum Besten gegeben und wir staunen nicht schlecht, als ein kompletter Tisch (ca. 10 Personen älteren Jahrgangs aus Aachen und Pforzheim) sehr textsicher einstimmen.

Später stellt sich heraus, dass die Gang schon seit 16 Jahren min. einmal im Jahr hier aufschlägt. Tolle Truppe, die wir heute Abend sicher wieder sehen werden.


Heute war dann nach einem tollen Sonnenaufgang erstmal ein bißchen Haushalt angesagt. Wir haben zwei Maschinen Wäsche gewaschen, ein bißchen Büroarbeit gemacht und gleich geht‘s wieder ins Wasser.

Könnte wirklich schlimmer sein an einem Montag Ende Oktober!


Dienstag, 19. Oktober 2021


Gestern war Katja etwas angeschlagen (Kreislauf) aber zum Nachmittag ging es schon wieder besser. Vielleicht war irgendetwas von Milan‘s Medizin über‘s Verfallsdatum.

Abends waren wir wieder im Restaurant Essen und war wieder richtig lecker. Special des Tages waren Kohlroladen - wie bei Oma früher.


Letzte Nacht ist dann die Bura zurückgekommen, allerdings in abgeschwächter Form und jetzt um 10:00 Uhr ist es wieder fast windstill. Also gehen wir gleich ne Runde mit dem Hund ans Wasser und vielleicht auch selbst wieder ne kleine Runde Schwimmen.


Gestern habe ich noch im Camp Lupis angerufen. Das liegt etwas weiter südlich und ganz am Ende einer Insel in der Adria. Soll sehr schön sein dort. Wir würden die Fähre von Ploce nehmen, die braucht ca. 1 Stunde bis nach Trpanj und wir müssen nicht für 7,5km nach Bosnien und Herzegowina ein- und wieder ausreisen.

Das ganze machen wir aber wetterabhängig und da es hier aktuell noch sehr schön ist, bleiben wir min. bis morgen, vielleicht auch länger.


Freitag, 22. Oktober 2021


Wir sind gestern, an Tugger’s 8. Geburtstag auf der Insel der Goldschakale im Camp Lupis angekommen. Maria hat uns herzlich empfangen, genau wie unsere Nachbarcamper. Ich würde schätzen, dass vielleicht 20% der Plätze belegt sind und es ist eine sehr entspannte Stimmung hier.

Wir sind von Omis bis Ploce die D8 weiter an der Adria entlang und in Ploce dann auf die Fähre nach Trpanj auf der Insel Peljesac. Die Überfahrt dauert ca. eine Stunde und wir hatten besseres Wetter als vorhergesagt, sodaß wir die meiste Zeit auf dem Sonnendeck verbracht haben.

Das Camp Lupis liegt ganz im Nord-Westen der Insel im kleinen Örtchen Loviste.

Der Ort ist in der Nebensaison wirklich traumhaft! Im Sommer muß wohl speziell in diesem Jahr zuviel Betrieb gewesen sein, wovon jetzt nix mehr zu spüren ist. Wir sind im Ort selbst falsch abgebogen, bzw. nicht abgebogen und so direkt durch das Zentrum und am Wasser entlang zum Camp. Für unseren Kabenzmann etwas eng aber wir sind mit ein paar kleinen Kratzern im Lack durchgekommen.


Der Unterschied vom Klima her im Vergleich zum Festland ist deutlich spürbar, so sind letzte Nacht die Temperaturen nicht unter 17 Grad gesunken. Toll, wenn man Ende Oktober morgens früh in kurzer Hose und im T-shirt zur Duschen gehen kann.

Gestern Abend haben wir es uns dann vorm Auto gemütlich gemacht und etwas von dem leckeren Rotwein aus dem Camp Sirena zum Abendessen genossen. Kurz nachdem wir ins Auto gegangen sind, fingen die Goldschakale an zu „singen“. Ganz nah und einige von Ihnen. Tugger hat recht irritiert geschaut :-)


Heute müssen wir mal in der nahegelegenen Konoba Mirce nachfragen, ob die noch geöffnet haben. Wir würden dort gerne mal ein bißchen lokalen Fisch und Meeresfrüchte probieren - das soll hier sehr lecker sein.

Drückt uns die Daumen, wir werden berichten.


Update: Wir kommen gerade vom Abendessen in der Konoba Mirce zurück. Wir waren heute zum Abendessen wirklich die einzigen Gäste ! Trotzdem hat man sich sehr um uns bemüht und uns fürstlich bekocht. Als Vorspeise haben wir uns ein Meeresfrüchte-Risotto geteilt und als Hauptgang gab es Seebarsch mit Mangold. Dazu lokalen Rotwein. Sehr, sehr lecker und mit 57€ für uns beide absolut im Rahmen.

Die Mädels wollen wetterabhängig von Tag zu Tag entscheiden, ob sie das Restaurant aufhalten oder in den wohlverdienten Urlaub gehen. Ich kann es Ihnen nicht verdenken und bin froh, dass wir heute Glück hatten.

Jetzt gibt es im Auto noch einen leckeren Cognac, den uns Ann Kathrine und Benoit vor gut 2 Wochen mitgegeben haben. Lieben Dank nochmal Ihr Beiden!


Samstag, 23. Oktober 2021


Heute sind wir genau 4 Wochen oder 2.367km unterwegs und wir sind uns einig, dass es sich immer noch mehr wie Urlaub als wie „Leben im Wohnmobil“ anfühlt. Wahrscheinlich hat das mehrere Gründe.

Zum Einen haben wir wirklich Glück mit dem Wetter bis jetzt. In Österreich und auch in den Bergen in Slovenien war es zwar ein wenig kühl, aber Regen hatten wir in den 4 Wochen so gut wie gar nicht.

Ein andere Grund mag auch sein, dass wir es uns bis hierher haben ziemlich gut gehen lassen. Wir sind relativ viel Essen gegangen (was wir aber auch gerne beibehalten möchten, um lokale Speisen kennenzulernen) und haben nicht jeden Euro oder hier aktuell jede Kuna umgedreht (einen Kassensturz unserer Reise, auch aufgeteilt nach Ländern und Rubriken wird es sicher zu einem späteren Zeitpunkt auch mal geben).


Egal woran es auch liegt, wir genießen bis dato jeden Tag voller neuer Eindrücke, netter Menschen, toller Natur, glasklarem Wasser und, und, und. Es macht uns bis dato einfach deutlich mehr Spaß mobil zu leben und den Tag so zu gestalten, wie wir uns das vorstellen (und nicht irgendein(e) Chef*in).


Mit Montenegro und Albanien begeben wir uns in den kommenden Tagen auf Neuland und sind schon sehr gespannt, was diese Länder uns so zu bieten haben.

Ich habe mich eben mal ein wenig in workaway eingelesen, denn wir glauben, dass das eine gute Möglichkeit ist, Land und Leute noch ein bißchen besser kennenzulernen. Ich denke spätestens in Griechenland werden wir uns damit mal etwas näher beschäftigen, denn dort wollen wir ja über die „kalten“ Monate etwas länger bleiben.


Aktuell bleiben wir noch ein wenig auf Peljesac und wenn die Besitzer des Camp‘s es für unseren LKW absegnen, werden wir auf dem Weg in den Süd-Osten der Insel mit unserem Kabenzmann mal etwas Staub schlucken. Ich hab mir da ne Piste rausgesucht, weiß aber nicht, ob die mit unserer großen Karre machbar ist.

Laßt Euch überraschen.


Mittwoch, 27. Oktober 2021


Guten Morgen aus Montenegro. Wir sitzen gerade beim Kaffee auf dem Kamp Avala in Budva in Montenegro und haben damit gestern Land Nr. 7 unserer Reise erreicht.


Am Sonntag haben wir in Loviste nochmal Wäsche gewaschen, den Kühlschrank abgetaut und einen Hausputz gemacht. Abends gab es ein mediterane Gemüsepfanne mit Huhn aus dem Omnia - saulecker!!!

Am Montag haben wir uns dann recht früh auf die Weiterreise begeben. Unsere ersten Kilometer Offroad standen auf dem Plan. Wir hatten uns die alte „Feuerwehrstraße“ im Norden der Insel ausgeguckt und ein Nachbar auf dem Camping, der viel mit dem Fahrrad in der Gegend unterwegs ist (und zusätzlich einige Jahre Offroad-Erfahrung hat) meinte, es müsse gehen.

Abhängig natürlich davon, wieviel Geröll in der letzten Zeit bei Regen abgegangen ist. Also los, wir versuchen es.

Die Strecke war ziemlich genau 15km lang und führt die ganze Zeit ca. 30-80 Meter oberhalb des Meeres an der Nordküste der Insel entlang, ist relativ eng (zumindest für unser Dickschiff), hat allerdings auf 14,5km keine überhängenden Äste sondern nur vereinzelte Büsche am Wegesrand zu bieten. Wovon es mehr als genug hat sind ordentlich scharfe Steine und obwohl wir wirklich viele davon aus dem Weg räumen, schneidet einer einen kleinen Riss in den rechten Vorderreifen. So klein/oberflächlich allerdings, dass uns dieser hoffentlich keine weiteren Probleme bereitet.

Auf der Fahrerseite hat es einige Risse in der Oberfläche der Piste, wo die Stabilität an der Kante sicher nicht mehr ganz den Anforderungen für einen 10to-LKW genügt. Hier fahren wir einfach möglichst weit rechts und hoffen das Beste.

Auch wenn wir ca. 2,5 Stunden für die Strecke gebraucht haben, ist alles ohne größere Schwierigkeiten abgegangen und wir hatten auch keinen Gegenverkehr (was auch echt blöd gewesen wäre).


Die letzten 500 Meter hatten es dann nochmal in sich, da wir durch eine Olivenplantage mußten und jetzt, in der Erntezeit hing dort mächtig viel Astwerk in unserem Weg. Also Säge raus und bei der Ernte etwas unterstützen um größeren Schaden am Kabenzmann zu verhindern. Trotzdem sind einige ordentliche Kratzer hinzu gekommen. Aber so muß das wohl bei einem solchen Fahrzeug.


Alles in allem hat es richtig Spaß gemacht und war sicher im Vergleich zur Alternativroute im Süden eine schöne Abwechslung.

Im Osten von Peljesac haben wir dann noch ein bißchen eingekauft. Wein, direkt vom Winzer und selbst gemachtes Olivenöl an einem Straßenstand. Als Wechselgeld gab es 1kg Kartoffeln und 2 Birnen obendrauf.


Von Montag auf Dienstag waren wir dann für die letzte Nacht in Kroatien auf dem Camping Pod Maslinom in Orasac, etwas nördlich von Dubrovnic.


Gestern stand dann der nächste Grenzübertritt für uns an und diesmal verlassen wir die EU. Es geht nach Montenegro. Wir fahren in die Bucht von Kotor und am Ende fast einmal komplett rum. Es ist wunderschön hier und ähnelt Norwegen mit seinen Fjorden ein bißchen.

Eigentlich hatten wir uns ein kleines Camp etwas nördlich von Tivat ausgesucht, das war aber leider etwas ungeeignet für unseren Kabenzmann. Der Besitzer hat zwar angeboten für uns seine Bäume zu beschneiden, was wir aber dankend abgelehnt haben.

So sind wir weiter Richtung Budva und haben am Ortsausgang das Camp Avala gefunden. Das Camp liegt zwar direkt an der Hauptstraße und ist auch schon etwas älter, aber dafür haben wir es nicht weit bis zum Wasser und stehen zwischen bis zu 1000 Jahre alten Olivenbäumen.


Heute werden wir das schöne Wetter hier genießen und die lokale Küche ausprobieren. Für die ganze Zeit, die wir jetzt schon am Meer entlang fahren, haben wir deutlich zu wenig Fisch und Meeresfrüchte gehabt. Das ändern wir heute. So bleiben wir sicher noch eine Nacht, bevor es weiter nach Albanien geht.


Das Wetter ist so gut angesagt für die kommende Woche, dass wir evtl. doch den Weg ins Theth-Tal in Angriff nehmen können - mal schauen.


Update am Abend: Was ein schöner Tag!

Wir haben uns relativ früh auf den Weg gemacht, den alten Olivenbaum zu finden. Es geht ganz ordentlich den Hügel rauf bis wir nach ca. 45 Minuten am Ziel sind. Wirklich beeindruckend das Teil. Die hiesige Bevölkerung und auch das Schild am Baum selbst erklären den Olivenbaum für „über 2.000 Jahre alt“.

Laut Internet haben Experten geschätzt, dass der Baum um 1.400 gepflanzt wurde (+/- 300 Jahre).

Egal, dieser Baum hat ne Menge „erlebt“.

Auf dem Weg zurück ins Tal konnten wir dann die deutlichen Unterschiede der lokalen Architektur bewundern. Gebaut wird hier auf jeden Fall wie wild. Ach ja, über die Schlaglöcher im Oberen Worthhagen beschwere ich mich ab jetzt nicht mehr.

Nach dieser kleinen Wanderung haben wir uns ein sehr spätes Frühstück verdient, welches wir direkt mit dem Mittagessen kombiniert haben. Wir machen ja jetzt ne Mittelmeerdiät und haben gestern einen Tipp bekommen, wo es leckeren Fisch und gute Meeresfrüchte gibt. Wir waren restlos begeistert und diese Diät gefällt mir außerordentlich :-)

Abendessen fällt heute jedenfalls aus!

Am fast menschenleeren Strand zurückspaziert und erstmal ein kleines Verdauungsschläfchen. So ein Mittwoch im Oktober geht bestimmt auch schlimmer.

Morgen geht‘s weiter nach Albanien.


Sonntag, 31. Oktober 2021


Wir Frühstücken gerade im Camp Shkodër und müssen mal langsam die letzten Tage seit Mittwoch nachtragen. Land Nr. 8 unserer Reise ist mit Albanien also erreicht und vorweg, wir sind bis jetzt sehr positiv angetan.


Am Donnerstag haben wir also unser Camp in Budva (Montenegro) verlassen und haben uns auf den Weg Richtung Albanien gemacht. Unser erstes Ziel sollte das Camp Shkodër sein, da es sich als Ausgangspunkt für einen Ausflug ins Theth-Tal anbietet.

Der Grenzübertritt verlief problemlos und wir hatte die Gelegenheit ein kurzes Gespräch mit einem deutschen Polizisten an der Albanischen Grenze zu führen.

Ich hab ihn gefragt, was er hier macht, da es ja nicht eine unserer Grenzen ist. Die Antwort war kurz und nachvollziehbar. „Zwar nicht unsere Grenze aber unsere Interessen.“ Nachgeschoben hat er dann noch „Autoschieber“, „Menschenhandel“, „Drogenhandel“ und „Prostitution“.

Er ist nur für zwei Monate hier und arbeitet gut mit den albanischen Kollegen zusammen wie er sagt. Zum Baden fährt er an den Strand in Montenegro, zum Tanken nach Albanien, da die Spritqualität dort besser ist.

Gut, dass ich in Podgorica auf den Tankwart gehört habe und das doppelt gefilterte Dizel getankt habe anstatt des „Eurodiesel“, welches 9 Cent pro Liter günstiger gewesen wäre. Jetzt weiß ich auch warum die Karren in Montenegro größtenteils so erbärmlich qualmen und stinken. Ne Menge gelernt in den 5 Minuten.


Bis zum Camp war es dann nicht mehr weit, immer am See lang. Man bekommt bei der Einfahrt nach Albanien auch schon einen schönen Ausblick auf die Bergwelt. Wir richten uns häuslich ein und beschließen aufgrund der immer noch hervorragenden Wetteraussichten, am kommenden Tag recht früh aufzubrechen und das Theth-Tal zu besuchen.

Gesagt, getan, nach knapp 20 km Anfahrt geht es bergan in die wunderschöne Bergwelt, die aktuell in allen möglichen Farben erstrahlt. Indian Summer in Albanien - Wunderschön!

Wir machen eine Frühstückspause kurz nach der Paßhöhe (1.780m) und es ist so ruhig hier oben, dass man die herbstlichen Blätter fallen hören kann (wenn nicht gerade ein Auto kommt).

Nach weiteren ca. 10km sind wir im Theth-Tal angekommen und fahren die Schotterstraße noch ca. 1,5km weiter Richtung Süden bis zum Guesthouse Gerla. Hier werden wir sofort herzlich empfangen und dürfen Mr. Kabenzmann irgendwo auf der Wiese abstellen. Außer uns ist zu dem Zeitpunkt kein anderer Camper hier. Lediglich ein paar Wanderer sind im Guesthouse eingebucht.

Die Sonne verschwindet exakt um 14:38 Uhr hinter den Bergen und dann wird es auch sehr schnell recht kühl.

Ergo - Feuer machen! Dort sitzen wir schnell in einer kleinen Runde mit einem weiteren Paar aus Deutschland, sowie einem Spanier aus Barcelona, der bereits seit 2,5 Jahren die Welt bereist und zwar mit öffentlichen Verkehrsmitteln (da wo es geht). Er hat einen netten Deal mit seinem Arbeitgeber ausgehandelt und ist weitere 2,5 Jahre auf Reisen. Covid hat er sich in Kirgistan eingefangen aber ohne größere Probleme überstanden und auch nicht mit irgendwelchen Langzeitfolgen zu kämpfen.

Wir nehmen alle das Abendessen bei unseren Gastgebern ein und es gesellt sich ein weiterer Spanier (aus Granada) zu uns, der ebenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist.

Er erzählt uns interessante Geschichten aus dem Iran und Georgien, die uns nochmal zeigen, wie schön das Bereisen fremder Länder sein kann.


Die Nacht ist mit Temperaturen um die Null Grad ziemlich frisch, aber unsere Dieselheizung funktioniert super und wir müssen nicht frieren.

Am nächsten Morgen lassen wir es ruhig angehen, genießen das Frühstück im Gemeinschaftsraum zusammen mit den beiden Spaniern und gehen danach eine kleine Runde mit dem Hund. Die Sonne schafft es eh erst um 09:30 Uhr über die Berge ins Tal.